Zen-Praxis

Körpererfahrung

Der Körper ist nicht Mittel zum Zweck, sondern Ort der Übung.

In der Zen-Praxis wird der Körper nicht getrennt vom Geist betrachtet. Was wir denken, fühlen und tun, zeigt sich immer auch körperlich. Und oft ist der Körper der unmittelbarere Zugang.

Auch das Zazen selbst ist in diesem Sinne bereits Körpererfahrung. Die aufrechte Haltung, das Sitzen in Stille, das Bleiben im Atem – all das ist nicht abstrakt, sondern konkret. Der Körper ist dabei nicht Mittel zum Zweck, sondern Ort der Übung.

Neben dieser stillen Form öffnet die Körpererfahrung weitere Zugänge. Bewegung, Handlung und Berührung machen erfahrbar, was sich im Sitzen zeigt – und manchmal erst dort verständlich wird.

In der Altbäckersmühle zeigt sich dieser Zugang in unterschiedlichen Formen.

Atem

»Wenn der Atem ruhig wird, wird auch der Geist ruhig.«

Pranayama-Lehre

Yoga und Qigong

Im Yoga und im Qigong richtet sich die Aufmerksamkeit auf Bewegung, Atmung und innere Ausrichtung. Es geht nicht darum, etwas zu erreichen, sondern darum wahrzunehmen: Wie bewege ich mich? Wo halte ich fest? Wo gebe ich nach?

Beide Formen verbinden Stille und Bewegung. Im Yoga geschieht das über die Haltung, den bewussten Wechsel zwischen Anspannung und Lösung. Im Qigong durch fließende, langsame Bewegungen, die den Atem führen und die Aufmerksamkeit nach innen richten.

Was sich im Zazen als Stille zeigt, wird hier in der Bewegung fortgesetzt. Der Körper wird nicht trainiert, sondern wahrgenommen.

Körper

»Ruhe im Geist, Bewegung im Körper – darin liegt das Gleichgewicht.«

traditionelles Qigong-Prinzip

Budo und TCM-Massagen

Weitere Zugänge eröffnen sich in einzelnen Formaten, etwa im Budo oder in der Arbeit mit Berührung, wie sie in den TCM-Massagen angeboten wird. Auch hier steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern das unmittelbare Erleben von Kontakt, Energie und Präsenz.

Im Budo begegnen sich Kraft und Achtsamkeit. Die Form gibt den Rahmen, aber was darin geschieht, entzieht sich der Kontrolle. Wer übt, lernt zuzuhören – dem eigenen Körper und dem Gegenüber.

Die TCM-Massagen arbeiten mit den Energiebahnen des Körpers. In der Berührung zeigt sich, wo Spannung sitzt und wo der Fluss unterbrochen ist. Wer sich darauf einlässt, erfährt den Körper nicht als Objekt, sondern als lebendigen Ausdruck.

Ein zentraler Bestandteil ist das Samu – die gemeinsame Arbeit. Hier wird der Körper nicht beobachtet, sondern gebraucht. Beim Tragen, Schneiden, Reinigen oder Arbeiten im Garten zeigt sich die Praxis unmittelbar im Tun.

Samu ist dabei mehr als Arbeit. Es ist eine Form von gelebtem Dana – ein Dienen aus der Gemeinschaft heraus, ohne Gegenleistung im üblichen Sinne. Während manche ihren Beitrag finanziell leisten, geschieht er hier durch das eigene Tun.

In allen Retreats ist Samu Teil des Tagesablaufs, meist für eine Stunde, in intensiveren Formen auch länger. Darüber hinaus gibt es zwei eigene Samu-Retreats im Jahr, in denen diese Praxis vertieft wird.

Gerade in dieser Einfachheit wird oft deutlich, was es heißt, wirklich bei einer Tätigkeit zu sein. Ohne Ausweichen, ohne Ausschmücken.

Arbeit

»Vor dem Erwachen: Holz hacken, Wasser tragen. Nach dem Erwachen: Holz hacken, Wasser tragen.«

— Zen-Sprichwort

Körpererfahrung ist in diesem Sinne kein eigener Bereich neben der Zen-Praxis. Sie ist eine andere Weise, ihr zu begegnen.

Und manchmal beginnt das Verstehen genau dort, wo wir aufhören, es erklären zu wollen – und anfangen zu spüren.

Mit dem Bogenschießen und dem Bogenbau gibt es einen eigenen, ausführlichen Bereich, in dem Körper und Konzentration auf besondere Weise zusammenfinden.

Formate

Körpererfahrung in der Mühle

Yoga · Qigong · Bogenschießen · Budo · TCM-Massagen · Samu-Formate

Zu den aktuellen Kursen

Einige Begriffe aus der Zen-Praxis – wie Zazen, Samu, Dana oder Sesshin – sind im Glossar näher erläutert.

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