Zen & Kochen
»Zen und …« hat immer einen leichten Beigeschmack, etwas Zusätzliches, da rümpft sich meine Zen Nase unwillkürlich ein wenig. Zen ist ein Geist der bereit ist. Bereit und fähig, sich von der vertrauten Landschaft mentaler Geschäftigkeit zu lösen, um sich, spontan und kreativ voll und ganz dem jetzigen Augenblick, der gegebenen Situation zu widmen. Obwohl jenseits unserer Konditionierungen, schwingen hier Konzepte wie »frei, sinnvoll, freudig, entsprechend und mitfühlend« mit.
Ganz ähnliche Qualitäten sehe ich auch in der pflanzlichen Ernährung – sie ist im heutigen Umfeld sinnvoll, mitfühlend, entsprechend, freudig und spontan richtig. Die Fakten sind bekannt, die vegane Lebensweise ist aus ökologischer Sicht ein dringendes Gebot der Stunde, unserem ethischen Bewusstsein fällt eine riesige Bürde von den Schultern, und unsere Gesundheit bekommt einen regelrechten Booster. Ausserdem ist auch noch die vielseitige sinnliche Freude dieses Essens zu entdecken.
Und noch etwas: Zen hat sich über lange Zeit im Schosse des Buddhismus entwickelt, einer Tradition welche sich selbst das Attribut »Weg der Mitte« zugelegt hat und jeglichem Fanatismus und einseitiger Rechthaberei kritisch gegenüber steht.
Mögen alle Wesen glücklich sein.
Vanja Palmers
Kochen
»Wasche den Reis sorgfältig, gib ihn in einen Topf, zünde das Feuer an und koche ihn.«
— Dōgen Zenji
Essens Gatha
Dieses Essen ist ein Geschenk des ganzen Universums,
des Himmels, der Erde und vieler menschlicher Arbeit.
Mögen wir in Achtsamkeit und Dankbarkeit essen,
um der Liebe und des Mitgefühls würdig zu sein.
Mögen wir Gier überwinden
und lernen, in Mäßigung zu essen.
Mögen wir nur Nahrung zu uns nehmen, die uns nährt
und Krankheit verhütet.
Wir nehmen diese Nahrung dankbar an,
um den Weg des Erwachens zu verwirklichen.
Tenzo
»Der Geist des Tenzos ist es, die Ärmel hochzukrempeln.«
— Dōgen Zenji
Der Tenzo
Kochen als Praxis
Mit Roland am Herd
Roland KyuHi Rauter ist Tenzo der Altbäckersmühle. Er lebt eine Form des Kochens, die zutiefst im Zen verwurzelt ist – nicht als Konzept, sondern als tägliche Praxis.
In der klösterlichen Zen-Tradition nimmt der Koch, der Tenzo, eine zentrale Rolle ein. Dōgen Zenji widmete ihm ein eigenes Kapitel in seinem Hauptwerk, dem Shōbōgenzō. Darin beschreibt er die Arbeit des Tenzo nicht als bloß funktionalen Dienst, sondern als eine spirituelle Praxis von höchster Bedeutung.
Gelebtes Dana
In diesem System kochen keine professionellen Küchenkräfte. Stattdessen wird das Kochen selbst zur Übung – zur gemeinsamen Praxis, bei der jedes Mitglied des Sangha Teil des Geschehens sein kann. Mitglieder werden durch Roland und HoKai begleitet, sodass sie bei Retreats für die Gemeinschaft kochen können.
Das Spülen gehört genauso dazu wie das Abschmecken. Es gibt keinen Teil der Arbeit, der wichtiger wäre als ein anderer.
Unsere Tenzos
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Mitgefühl
»Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere, und alles, was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst.«
— Thich Nhat Hanh
Unser Backhaus
Der alte Bäcker backt wieder Brot
Im Garten der Altbäckersmühle erwacht mit dem neuen Backhaus eine alte Tradition zu neuem Leben. Der Name des Ortes trägt sie bereits in sich – denn »Altbäckersmühle« verweist auf die Geschichte einer Mühle, die einst Korn mahlte und Brot buk.
Nun wird hier wieder gebacken: Sauerteigbrot, Hefezopf, Knäckebrot – einfach, ehrlich, mit Liebe. Das Backhaus ist ein Ort der Stille und des Tuns, an dem die Praxis des achtsamen Arbeitens ganz konkret wird.
RETREATS
Stille. Genuss. Loslassen.
Vegan kochen lernen — in unseren Zen-Retreats mit Workshop-Charakter im Taunus. Gemeinsam sitzen, kochen, schweigen, Achtsamkeit üben: eine Woche lang Klosterküche erleben, begleitet von unserem Tenzo aus dem Sangha.
Begriffe wie Tenzo, Dogen Zenji oder Samu findest du in unserem Glossar erklärt.
Das vollstaendige Kochbuch
Alle Rezepte der Klosterkueche
Einfache, achtsame Kueche. Jedes Rezept ist Ausdruck einer Praxis.
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