KLOSTERKÜCHE — REZEPT
Die Potize ist ein traditioneller geflochtener Hefezopf aus dem Alpenraum, hier mit einer Füllung aus reinem Blaumohn. Der Mohn wird in Wasser gekocht, bis die Samen aufplatzen und ihre ölige Masse freigeben — mit Zucker püriert ergibt das eine samtige graue Paste ohne weitere Zutaten. Der Teig wird ausgerollt, bestrichen, aufgerollt, längs halbiert und dann zu einem offenen Zopf geflochten, in dem die Mohnfüllung sichtbar bleibt. Für Kaffee und besondere Gelegenheiten.
Zutaten Teig
- 4 g Trockenhefe
- 30 g Rohrohrzucker
- 130 ml Haferdrink
- 4 EL Rapsöl
- 300 g Dinkelmehl Type 630 (oder Weizenmehl Type 405)
Zutaten Mohnfüllung
- 200 g Mohn (Blaumohn ganze Samen)
- 50 g Rohrohrzucker
Zubereitung
- Den Haferdrink auf Zimmertemperatur bringen (nicht kalt und nicht zu warm, sonst arbeitet die Hefe nicht). Trockenhefe und Rohrohrzucker darin auflösen und 5 Minuten stehen lassen — die Hefe soll beginnen, kleine Bläschen zu bilden. Zusammen mit dem Rapsöl zum Mehl in eine Schüssel geben und 10 Minuten mit den Knethaken der Küchenmaschine oder mit der Hand zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Der Teig soll nicht mehr klebrig sein und sich vom Schüsselrand lösen.
- Die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- Währenddessen die Mohnfüllung vorbereiten: Den Mohn in einem Topf mit 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Bei niedriger bis mittlerer Hitze 30 Minuten leise köcheln lassen — die harten Mohnsamen sollen weich werden und teilweise schon im Wasser aufplatzen. Gelegentlich umrühren.
- Den gekochten Mohn durch ein feinmaschiges Sieb oder ein Mulltuch abgießen und gut ausdrücken — so viel Wasser wie möglich entfernen. Den abgetropften Mohn zusammen mit dem Zucker in einen Standmixer geben oder mit dem Pürierstab gründlich pürieren. Das dauert 2–3 Minuten: Die Samen platzen auf, geben ihr Öl ab und die Mischung wird von schwarz-braun zu einem matten, tiefen Grau und ergibt eine cremige Paste. Wenn sie zu trocken ist, 1–2 EL warmes Wasser nachgeben.
- Den gegangenen Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben und mit einem Nudelholz dünn zu einem Rechteck von ca. 25 x 40 cm ausrollen — gleichmäßig dünn, ca. 3–4 mm. Die Mohnfüllung gleichmäßig darauf verteilen und dabei an einer langen Seite einen Rand von 1–2 cm frei lassen, damit der Rollrand später gut klebt. Von der langen Seite her fest aufrollen.
- Mit einem scharfen, langen Messer die Rolle längs in zwei gleich lange Hälften schneiden — der Schnitt legt die Füllung frei. Die beiden Hälften mit der Schnittseite nach oben parallel legen. Nun wie einen offenen Zopf flechten: Die beiden Stränge übereinanderlegen und mehrfach umeinander schlagen, immer mit Schnittseite nach oben, sodass das Mohnmuster sichtbar bleibt. Ziel ist ein Zopf von etwa 25 cm Länge.
- Eine Kastenform (ca. 25 cm) mit Backpapier auslegen. Den Zopf vorsichtig hineinheben, die Enden gut festdrücken. Abgedeckt an einem warmen Ort nochmals 30 Minuten gehen lassen — die Potize soll merklich auflaufen.
- Backofen auf 190 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Potize 35–40 Minuten backen. Sie ist fertig, wenn die Oberseite tief goldbraun ist und beim Anklopfen hohl klingt. Sofort aus dem Ofen noch heiß großzügig mit Ahornsirup bestreichen — der wird von der Oberfläche aufgenommen und gibt Glanz und Süße. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen, sonst wird die Füllung beim Schneiden verwischt.
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Quelle: Rezept-Datenbank Altbaeckersmuehle
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